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Liebe Freunde, Interessierte und alle, die schon ein Stück Weg mit mir gegangen sind,
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Letzten Samstag, es war 10 Uhr und wir gönnten uns noch ein bisschen Schlaf, als es an der Tür klingelte. Ich drehte mich um, aber wer-auch-immer ging nicht weg. Also schaute ich zum Fenster hinaus: Dort stand der Kirchgemeindepräsident. Er müsse mit mir reden.
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Nach einer Stunde kam er zurück, ich geduscht, gefrühstückt, bewaffnet für den Tag. Ich fragte, ob er nur mit mir reden wolle oder auch mit Nik. Nur mit mir, sagte er, und dann auch: „...und du wirst nicht Freude haben. Wir haben einen neuen Pfarrer, und er will ins Pfarrhaus ziehen.“
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Und in diesem Augenblick sehe ich, wie mein ganzes gewohntes Leben wie ein Kartenhaus zusammenfällt.
Willkommen zu einem neuen Lebenszeichen.
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Trauergefühle werden nicht nur durch den Tod eines Menschen ausgelöst, ein einschneidender Verlust im Leben reicht vollkommen. Und plötzlich erkenne ich an mir selbst vieles von dem wieder, worüber ich sonst mit Trauernden spreche.
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Nicht glauben wollen – irgendwie höre ich die Wörter aus seinem Mund, aber irgendwie fühle ich mich, wie wenn ich einem fremdsprachigen Film zuschaue. Unglaublich, WAS hat er gesagt? Das passiert jetzt nicht wirklich gerade. Hat er gerade gesagt, dass sie uns das Pfarrhaus KÜNDIGEN??
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Natürlich kommt der Versuch, den Unglauben mit Fakten zu bekämpfen. Ich versuche zu überzeugen, dass sie eine schlechte Entscheidung getroffen haben. Ich erinnere daran, dass uns damals gesagt wurde, wenn ein neuer Pfarrer kommt, müsse ER ein anderes Haus aussuchen. Dazu gibt es nur beileidvolles Kopfschütteln. Wir sollten das verstehen (ahem, ihr schmeisst uns aus unserem DAHEIM und ich soll das verstehen???).
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Die Vorstellung von ENTWURZELUNG ist das, was mich traurig macht. Gewohnte Restaurants, Nachbarschaftsgemeinschaft und Freundschaften gehen unter Umständen verloren. Wir fangen bei Null wieder an.
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Es kommen natürlich viele Wutgefühle. Mein Herz bricht in zwei, vor allem wegen meines Gartens.
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Das Oktober-Lebenszeichen hätte eigentlich voller Triumphgefühle sein sollen. Zum Beispiel, dass nach 2,5 Jahren Gartenarbeit mein „Haus der Übergänge Garten“ die Zertifizierung als Pro Natura Schmetterlingsgarten bekommen hat! Der Tag des Friedhofs war ein Erfolg! Trouvaillen Nik hat nach 30 Jahren erfolgreich den Schlüssel abgegeben! Ende Oktober könnt ihr mich an der ersten Schweizer Fachmesse für Vorsorge, Palliative Care und Trauerbegleitung besuchen!
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Ich trauere unserem Daheim nach. Und ich erlebe wieder, was ich lehre: „Trauergefühle dienen dazu, Abschied nehmen zu können, damit Du mit Veränderungen leben kannst“ (Monica Lonoce). Ich glaube, unser ganzes Leben besteht aus Veränderungen. Die allerletzte ist unser eigener Tod.
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Im Moment fühle ich mich wie in einem alten Helmtaucheranzug am Boden des Meeres. Der Helm hat ja nur ein kleines Fenster, aus dem ich die Welt anschauen kann. Ich schaue über mich durch das Wasser und sehe nur unscharfe Formen von Menschen, die irgendwo ihrem Leben nachgehen, während ich unter Wasser stehe. Ich höre alles nur so dumpf und weit weg. Meine Bewegungen sind langsam und schwer. Ich versuche aber nicht, mich krampfhaft aus dem Wasser zu ziehen, sondern neue Möglichkeiten zu finden, meinen Körper darin vorwärtszubewegen.
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Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb mir die Arbeit für die ABSCHIED 26 Messe im Moment besonders nahe ist.
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ABSCHIED 26, 29. und 30. Oktober 2026
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Zum ersten Mal findet in der Messe Luzern eine umfassende Veranstaltung statt, die sich ganz den zentralen Themen des letzten Lebensabschnitts widmet: Vorsorge, Palliative Care, Bestattung und Trauerbegleitung. Und ich bin dabei. Ich zeige meine neue Erinnerungsgefässe-Kollektion, Räucherbündel aus dem Haus der Übergänge Garten und stelle mein neustes Projekt vor, wie ich den Tod in den Alltag bringe.
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Ich glaube fest, dass wir trauernde Menschen mehr dabei unterstützen müssen, mit ihrem Verlust und den dazugehörenden Gefühlen leben zu lernen. Deshalb machte ich ja die Ausbildung zur Trauerbegleiterin. Und gerade jetzt frage ich mich, ob mir auch hilft, dass ich jeden Tag eine Begegnung mit Gevatter Tod in meinem Alltag zulasse. Nicht damit Verlust weniger weh tut, sondern damit er mir nicht völlig fremd ist.
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Aus diesen Überlegungen entstehen Plakate für den Umgang mit Tod und Trauer im Alltag, die ich an der ABSCHIED26 präsentiere.
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Mit diesem Code könnt ihr mich gratis besuchen und auch viele interessante Referate und Vorträge hören, alle rund um mein Lieblingsthema Tod. Zum Beispiel gibt Monica Lonoce einen Vortrag zum Thema „Und wenn wir selbst in Trauer sind?“
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Das Programm findet ihr hier.
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Zum Schluss halte ich nochmals inne und GEDENKE:
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David Lynch, † January 16, 2025, weil ich momentan Inland-Empire-Gefühle erlebe.
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Hildegard von Bingen, † 17. September 1179, weil ich sie gerade viel wegen meiner Pflanzen im Garten lese.
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Eugenie Magaña de Ford † 2017 weil sie mir das Kochen beibrachte und ich Essen mit Zuhause-Sein verbinde.
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Bis dann, von meinen Knochen zu deinen, wünsche ich euch gute Zeiten. Renée 🕸️💀🕯️🌿
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Wenn du dieses Lebenszeichen weitergeleitet erhalten hast und künftig selbst eines empfangen möchtest, kannst du dich hier eintragen.
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