mnemonic object nr. 18: Mural in the Cabane B

500 x 500 cm, Acrylfarbe auf Gipsmauer, 2011. Foto: © Martin Wiesli
Sechs Tage lang, rund 45 Stunden, malte ich ein Wandgemälde, das nur kurz atmen durfte: ein nächtlicher Blick hinaus, Häuser in Flammen, Bümpliz brennt. Keine Körper, keine Verdammten — ein Höllenbild ohne moralischen Zeigefinger.
Inspiriert von der mexikanischen Wandmalerei, die Geschichten für alle erzählt — auch für die, die keine Bücher lesen —, spann ich mein eigenes Feuerlied. Meine Malhand, die plötzlich brannte und mich zwang, mit links zu arbeiten, führte mich tiefer in das Thema Asche, Zerstörung und Auferstehung.
Feuer ist für mich Heimat, eine tägliche Bedrohung und Schönheit zugleich. In Kalifornien brennen Wälder, in der Schweiz fürchtet man die Flut. So verschmolzen Wasser und Feuer, Leben und Untergang in meinem grössten Bild.
Am 20. März 2011 wurde das Gemälde weiss übermalt. Heute existiert es nur noch in Erinnerung und wenigen Fotografien — ein bewusstes Verschwinden, eine Einladung, die Fragilität von Kunst und Leben zu umarmen.

