Renée Magaña

„Ich sehe mich als Wissenschaftlerin, und meine Erfahrungen und Gefühle sind in einem Glaskäfig eingesperrt.
Ich kann sie durchleuchten, von allen Seiten betrachten, und in diesem Akt erhoffe ich mir, besser zu verstehen, wie ich trauere (to mourn) und wie ich Trauerarbeit (to grieve) selbst bewältige.“
Mein Zugang zum Tod ist gewachsen aus meiner eigenen Geschichte. Es ist einer Haltung, die den Tod nicht scheut. Es hat seine Wurzeln in der mexikanischen Kultur, aus der ich zur Hälfte stamme. Dort ist der Tod kein Tabu. Verstorbene haben ihren festen Platz im Alltag. Man erinnert sich an sie beim Essen, beim Erzählen, beim Feiern, in Bildern, oder auf dem Hausaltar. Es gibt kein Ausweichen vor der Endlichkeit, sondern ein tiefes, lebensbejahendes Miteinander von Tod und Leben.
Meine Erfahrung haben mir gezeigt, wie heilsam es sein kann, sich dem Tod zuzuwenden – nicht als Ende, sondern als Teil des Kreislaufs. Ich frage mich oft, warum es uns so schwerfällt, darüber zu sprechen. Dabei verbindet uns nichts so sehr wie dieses Thema. Es ist das Einzige, was wir alle gemeinsam haben.
Der Tod gehört zum Alltag. Diese Haltung will ich die Menschen weitergeben.
